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September 2011, Samstags, Abends, 2 Personen

Empfang

Nachdem sich die Eingangstür des Wein am Rhein zu beiden Seiten geöffnet hatte (Rewe lässt grüßen) kamen wir auf den Maitre de plaisir zu, der uns nach Prüfung unserer Reservierung als erstes nahelegte, unsere Jacken abzugeben. Nachdem wir dies ablehnten wurden wir darauf hingewiesen dass wir damit nicht sonderlich glücklich werden würden. Den Grund erkannten wir dann bei der Präsentation unserer Sitzplätze, die die typisch abgerundeten Rücklehnen von Plastikstühlen der 70er hatten. Eigentlich ok, aber der Katzentisch vor der Küche und das damit zu erwartende Hin und Her des Personals gefiel uns nicht so, da wir einen gemütlichen Abend geplant hatten. Nachdem wir das geäußert hatten war es mit der Laune des Maitre de plaisir endgültig vorbei. Nach einer kurzen Diskussion, ob wir im leeren Restaurant einen alternativen Platz bekommen könnten, saßen wir dann endlich.

Aperitif

Die Aperitifs wurden anhand der Empfehlungen der stets bemühten Mädels aus dem Service ausgewählt und der Riesling-Sekt brut (€7) war ok aber hatte nicht allzu viel Kohlensäure.

Vorspeise

Meine Frau wählte die Schlutzkrapfen an Nussbutter (€15,80). Diese waren sehr gut, auch die Portion war umfangreich. Ich laborierte immer noch am Empfangsszenario und verzichtete auf die Vorspeise.

Hauptgang

Wir wählten beide die Rehnüsschen an Spitzkohl mit Kräuterknöpfle. Das Reh war auf den Punkt zubereitet und es wurde eine gute Portion serviert. Die Zugaben waren jedoch recht langweilig, hier fehlte der Esprit.

Getränke

Zum Hauptgang wollten wir zuerst Weißweine trinken und kosteten einmal einen offenen Riesling Großes Gewächs (€6,90) und einen Pouilly Fume (€6). Die beiden Weine waren nicht die Offenbarung und wir entschieden uns nach der Verkostung für die sichere Variante: Rosso di Montalcino (€6,80). Das passte dann theoretisch, leider war der Wein ziemlich kalt was unsere Freude wieder etwas trübte …

Zum Dessert und der damit verbundenen Weinbestellung trat mal wieder der Maitre de plaisir persönlich auf den Pan, der mittlerweile wohl von der ‚Unterkühlung‘ der ersten Rotweinlieferung informiert war. Sicherheitshalber bestellte ich diesmal einen Spätburgunder von der Ahr (€5,50). Der Maitre de plaisir brachte diesen persönlich, jedoch nicht ohne den Hinweis, Rotweine werden nicht mehr in Zimmertemperatur serviert, sondern bei ca. 16 Grad. Mein Hinweis, dass die ersten Gläser eher kühler waren, wurde eigentlich ignoriert.

Dessert

Der von mir bestellte Käseteller (€15,60) war in Ordnung allerdings entsprach er nicht so ganz meinem vorher geäußerten Wunsch nach eher kräftigen Käsesorten. Das von meiner Frau bestellte Haselnuss-Nougat-Törtchen (€11,90) war sehr lecker.

Service

Der eigentliche Service, in unserem Bereich bestehend aus 2 jüngeren Frauen, war sehr bemüht und freundlich. Betrübt wurde das Bild durch den auf seiner Meinung beharrenden Maitre de plaisir  der nur widerwillig bereit war einen den Preisen angepassten Service zu bieten.

Design

Wer ein recht kühles Steinambiente mit einem 70er Jahre-Mix mag ist hier richtig. Die Bestuhlung erinnerte eher an eine Betriebskantine und die unter der Decke aufgereihten Stofflampen hatten einen gewissen Ikea-Chic. Aber das ist alles Geschmackssache…

Fazit

Essen handwerklich und von den Zutaten gut aber nicht so recht inspiriert. Service Personal bemüht, Maitre de plaisir angestrengt. Das Gefühl lässt mich nicht los dass ich eigentlich um ca. €150 ärmer bin und das erwarte ich nicht nach dem Besuch eines Restaurants mit dem Anspruch der gehobenen Kategorie.